Vize-Deutschweizermeistertitel
Am Samstag und Sonntag 25./26. Juni trafen sich die Spieler/innen der Deutschweiz in Amriswil um die Deutschweizermeister/innen zu erküren.
Im Tète à Tête am Samstag lief es leider nach zwei gewonnenen Spielen nicht mehr wunschgemäss, so fand ich in der Quadrage in Sintia vom PC Luterbach eine harte Gegnerin und musste mich auf dem nicht leicht zu spielenden Terrain mit 13:7 geschlagen geben. So erging es auch Allan, Martin, Marcel und Luciano, die alle in den Gruppenspielen hängen blieben einzig Peter zog in den 16tel Final ein, fand aber in Kim auch einen unbezwingbaren Gegner.
So lagen unsere Hoffnungen auf dem Sonntag. Bei strahlendem Sonnen-schein starteten die Spiele um 09:00. Peter und Martin / Luciano und Rachid starteten bei den Herren, Allan und René bei den Veteranen und ich trat bei den Doubletten-Damen mit meiner Partnerin Brigitte vom PC Veltheim an.
Eigentlich kam unsere Paarung rein zufällig zustande. Brigitte musste sich vor zwei Jahren einer grossen Rückenoperation unterziehen und es war nicht sicher, ob sie jemals wieder ihren langjährig geliebten Sport würde ausüben können. Erst diesen Frühling kehrte sie auf den Pétanqueplatz zurück und nahm das Training in Winterthur-Veltheim wieder auf, bei dem auch rein zufällig Peter dabei war. Da ich bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Doubletten-Partnerin hatte nahm ich, auf Vorschlag von Peter, mit Brigitte Kontakt auf. Meinem Vorschlag als Team an den Meisterschaften teil zu nehmen, stimmte sie sofort freudig zu.
Nun folgten einige gemeinsame Trainingseinheiten auf unserem Platz in Oberwil und gab uns Gelegenheit uns auch spielerisch noch besser kennen zu lernen.
Da es eigentlich recht schwierig ist, in so kurzer Zeit ein Team zu bilden, das harmoniert, um seine Stärken und Schwächen weiss und sich gegen-seitig unterstützen kann, traten wir ohne grosse Erwartungen in Amriswil an. Bei uns standen die Teamarbeit, unser Können geschickt einzusetzen und vor allem die Freude am Wettkampf im Vordergrund.
Im ersten Gruppenspiel gegen Claudia und Rosmarie vom PC Trimbach mussten wir uns dann auch nur knapp mit 10:13 geschlagen geben und im zweiten Spiel stand ich meiner Triplettenpartnerin Ariane mit ihrer Mitspielerin Ursi vom PC Tägerig gegenüber. Nach einer anfänglichen 0:6 Führung der Gegnerinnen kamen wir immer besser ins Spiel und brachten uns mit einem 7:7 wieder ins Spiel. Dank starken Nerven von uns beiden beendeten wir dieses hart umkämpfte Spiel nach einem 12:12 zu unseren Gunsten.
Auch in der Barrage stand uns ein „Knüllerspiel“ bevor. Bea und Erika vom PC Zürich waren nicht zu unterschätzen. Erika zeichnet sich durch konstante Pointeuse-Qualitäten aus und Bea ist auf dem Schuss sehr stark. So war dieses Spiel ausgeglichen und natürlich dementsprechend lang aber Brigitte und ich konnten toll mithalten und auch dieses Spiel schlussendlich für uns entscheiden.
So gelang uns bereits der Einzug ins Viertelfinale und damit auch die Qualifikation für die Schweizermeisterschaften. Die Freude darüber verlieh uns Flügel und so gewannen wir den Viertelinal gegen ein weiteres Team vom PC Trimbach ziemlich klar mit 13:3.
Ohne grosse Pause ging es direkt ins Halbfinale und gegen Ulla und Karin vom PC Herblingen lagen wir kurzerhand mit 0:7 in Führung. Doch dann wurde es doch noch eine zähe Angelegenheit und die Gegnerinnen kamen uns gefährlich nahe. Der Spielstand von 12:12 liess alles offen. Doch unser Siegeswille war ungebrochen und beide Mannschaften spielten eine souveräne letzte Méne. Doch die Gegnerinnen brachten weder mit Punk-ten noch mit Schüssen auf unseren 13ten Punkt die Kugel aus dem Spiel und so war der Sieg doch noch unser.
Nun war die Überraschung für uns, wie für alle Anwesenden perfekt und es fiel schon mal der Spruch: hei Thesi wo hast du denn diese Spielerin „ausgegraben“? - was natürlich nicht böse gemeint war, doch Brigitte war bislang in der Pétanque-Szene noch unbekannt – bis jetzt.
Es war unglaublich, standen wir nun im Finale – unsere Erwartungen bei weitem übertroffen und die Freude über das bereits erreichte Resultat grenzenlos.
Um 18:00 Uhr startete der Final. Das Spiel war ins Interesse der Zuschauer gerückt, einerseits ich mit einer unbekannten Spielerin, ande-rerseits waren unsere Gegnerinnen die amtierenden Schweizermeister-innen Yvonne und Sintia vom PC Luterbach. Nach der ersten Méne hatten wir uns schon 2 Punkte erspielt. Leider mussten wir im Gegenzug gerade ein „Sixpack“ also sechs Punkte verkraften. Doch wir liessen uns nicht beirren und holten wieder auf. Leider schlichen sich jedoch einige tak-tische Fehler bei uns ein – was bei Hitze und Anstrengung eines solchen Wettkampftages nicht weiter verwunderlich war. Immer wieder stellten wir die Gegnerinnen vor fast unlösbare Aufgaben und setzten uns zur Wehr, was für die Zuschauer ein äusserst spannendes, interessantes und hochstehendes Spiel garantierte. Auch der Spielstand von 8:11 legte die Nerven der Gegnerinnen blank und es konnte durchaus alles passieren. Nach 2 ¼ Stunden hart umkämpften Punkten siegten doch die Favoritin-nen – doch sie hatten mit uns kein leichtes Spiel und darauf waren Brigitte und ich natürlich ebenfalls sehr stolz und dies zeige sich auch aus den überschwänglichen Gratulationen der Anwesenden.
Nach einem anstrengenden Wettkampftag von über 11 Stunden ohne grosse Pausen – liessen wir uns von allen feiern, retteten die Ehre des PC Oberwil und nahmen als Vize-Deutschweizermeisterinnen stolz unsere Medaillen in Empfang. Unserem „Maskottchen“ Mäge der uns den ganzen Tag über mit Getränken, Essen und Zuspruch versorgte, gebührt ein be-sonderer Dank – du hast dich rührend um uns gekümmert und es ist schön wie du dich mit uns freuen konntest.
Therese Pavesi