Tête-à-Tête Deutschschweizermeisterschaften Basel 20. Juni 2008

 

Auf der Reitsportanlage Schänzli in Basel fanden am Samstag die SAP Meisterschaften im Tête-à-Tête (eins gegen eins) statt. Dieses Jahr das erste mal auch ein separater Wettbewerb für die Damen. 22 Damen haben sich für dieses Turnier eingeschrieben. So auch ich und obschon ich anfangs Woche mit einer Grippe im Bett lag und mich am Samstag noch Rest-Symptome plagten, rechnete ich mir doch gute Chancen aus.

Es erwartete uns in Basel ein wunderbares Gelände mitten in der Natur mit einer tollen Infrastruktur, wie geschaffen für einen solchen Anlass und dazu herrliches Wettkampfwetter.

Im ersten Spiel erwartete mich eine echte „Knacknuss“ Wanna Jacot vom PC Zürich. SAP Meisterin in der Doublette und Triplette 2008. Eine der besten Spielerinnen in der Deutschschweiz. Aber ich liess mich nicht beirren und sagte mir, auch solche Spielerinnen sind zu schlagen. Doch musste ich mich nach einem starken Spiel meinerseits mit 12:13 geschlagen geben und gegen diesen Match war der nächste ein Spaziergang. Da Wanna das nächste Spiel gegen Ruth Somogyi vom PC Trimbach verlor, trafen wir in der Barrage wieder aufeinander. Ich befolgte den Rat von Ruth und spielte das Cochonnet immer auf acht bis neun Meter. Eine Distanz die Wanna überhaupt nicht zusagte und so konnte ich das Spiel locker mit 13:4 gewinnen – dies war für mich schon ein Teil-Erfolg. Danach traf ich in der Quadrage auf Ruth Somogyi – hier wieder ein sehr ausgeglichenes Spiel das ich aber doch nach einigem Zittern nur knapp für mich entscheiden konnte und zog in den 4tel Final ein.

Leider, leider traf ich auf Nicole – meine Triplettepartnerin, doch früher oder später ergibt es sich so. Vielleicht zeigte ich gegen Ende des Spiels einfach mehr Nerven und konnte auch dieses Spiel 13:12 gewinnen. Im Halbfinale gegen Studer Silvia vom PC Trimbach gab es wieder ein Kopf an Kopf rennen. Beim Stand von 10:11 hatte ich das Anspiel und meine erste Kugel rollte zu weit hinter das Cochonnet. Diesen Punkt nahm sie mir ab, in dem sie ihre Kugel näher platzierte und so setzte ich die nächste Kugel genau an die Vorderseite des Cochonnets. Nun machte Silvia, meiner Ansicht nach den ersten taktischen Fehler und schoss auf meine Kugel, traf und meine Kugel samt Cochonnet kam neben meine hintere Kugel zu liegen. So hatte ich nun 2 Punkte. Nun folgte der 2. taktische Fehler. Eigentlich hätte sie nun eine Kugel von mir schiessen müssen damit ich nicht drei Punkte hätte schreiben können. Sie wollte aber ihre Kugel näher setzen um mir die Punkte abzunehmen. Dies gelang ihr nicht und so legte ich den dritten Punkt zum Sieg, gewann die Partie doch noch 13:11 und stand somit im Finale.

Yvonne Schüpbach vom PC Luterbach war mir als sehr gute Schützin bekannt und so war meine Aufgabe ziemlich klar – Kugeln so setzen, das ich die Gegnerin zum schiessen zwinge. Dies tat ich auch, hatte in der ganzen Partie kaum Fehlkugeln und als Yvonne nicht mehr traf und ich punktemässig davonzog beschränkte sie sich auch nur noch aufs legen. Nun zeige sich aber, wer die bessere Pointeuse ist und in diesem Spiel war ich wirklich eindeutig unschlagbar darin. So konnte ich diesen Match eigentlich ohne gross zu zittern (gezittert habe ich nur weil es zu regnen begann und ich ganz durchnässt war) für mich entscheiden – Wahnsinn dies bedeutete schon wieder Gold – und dies gerade nur drei Wochen nach dem Schweizermeistertitel.

Alle stürmten trotz des Regens zu uns aufs Spielfeld um zu gratulieren und ich hörte von vielen: „du bist ja eine Wahnsinnige“ oder: jetzt übertreibst du aber gewaltig“ natürlich nur spasseshalber. Sie freuten sich alle mit mir und lobten das schöne Finalspiel.

Für mich ist der SAP Meistertitel ebenso wertvoll wie der Schweizermeistertitel da er einerseits meine Leistung an der Schweizermeisterschaft bestätigt und andererseits ein riesen Erfolg, da ich mir diesen Titel alleine erkämpft habe.

Peter Pavesi und Roli Graf erkämpften sich in der Doublette-Qualifikation für die Schweizermeisterschaften am Sonntag einen sehr guten 17. Rang von 80 teilnehmenden Mannschaften.